Grenzen im Führungsalltag

Newsletter Nr. 09/2018

Newsletter IsF 26 09 2018.pdf
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1. Zusammenfassung


Leben – statt gelebt zu werden, darum geht es. Wer nicht Nein sagen kann, wird krank. Wer
immer allen Erwartungen nachkommen will, wird seine Grenzen bald schmerzhaft spüren.
Aber nur wer seine eigene Mitte hat, kann auch über seine eigenen Grenzen hinauswachsen.
Und wer um seine Grenzen weiß, kann auf den anderen zugehen und ihm wirklich
begegnen.
Anselm Grün

 

2. Mehr dazu lesen … (Lesedauer: ca. 6 Minuten)


Gelingende Führung hat ganz wesentlich etwas mit der permanenten Weiterentwicklung
meiner eigenen Haltung zu mir selbst und mit meinem Menschenbild zu tun.
Mit sich selbst ins Reine zu kommen ist eine hohe Kunst und für viele Menschen eine
lebenslange Aufgabe. Jeder von uns kommt mit bestimmten genetischen Besonderheiten bzw.
seinem Temperament zur Welt. Nach der Geburt erleben wir in unserem Leben viel Schönes,
machen aber leider auch viele traumatische Erfahrungen. Gerade die frühkindlichen
Erfahrungen und erlernten Muster prägen unseren Charakter besonders. Temperament und
Charakter machen unsere Persönlichkeit aus. Jeder von uns hat in seiner Persönlichkeit
Besonderheiten, Einzigartigkeiten und Grenzen. Diese Grenzen sind physischer und psychischer,
emotionaler und rationaler Art.


Führen heißt auch Beziehungen konstruktiv und zielorientiert zu gestalten sowie zu
kommunizieren. In der Führung haben wir es nämlich nicht nur mit unser eigenen besonderen
Persönlichkeit zu tun, sondern auch mit der Persönlichkeit unserer Mitarbeitenden,
Vorgesetzten und KollegInnen. Dabei treffen wir auch auf narzistische, zwanghafte und andere
Dominanzen in der Persönlichkeit.


Je besser wir uns selbst und unsere Grenzen kennen, je besser wir unsere eigenen Grenzen
wertschätzen und auch achten, desto einfacher haben wir es dann mit denen unseres
Gegenübers. Menschen, die ihre eigenen Grenzen nicht kennen und achten, neigen dann eher
dazu die Grenzen der anderen auch zu mißachten und zu verletzen. Dazu gehören oft die
Menschen, deren Grenzen z.B. in ihrer Kindheit regelmäßig und massiv verletzt wurden.
Viele Menschen - besonders in geschlossenen Systemen bzw. Hierarchien - können sich nicht
gegen Grenzverletzungen wehren bzw. sich selbst abgrenzen. Hier spielen meist Ängste eine
wichtige Rolle, die oft auf Erfahrungen aus der Vergangenheit beruhen. Es wird dann meist
versucht, die Mißachtungen oder Verletzungen auszuhalten oder zu verdrängen. Schon
mittelfristig kann dies zu körperlichen oder psychischen Störungen bis hin zu ernsthafter
Krankheit führen. Der einzige Ausweg ist das Erlernen von „innerer“ und „äußerer“ Abgrenzung
und z.B. in guter Art „NEIN“ zu sagen. Das ist leichter gesagt als getan, setzt nämlich voraus,
Ängste überwinden zu lernen.


Grenzen sollten aber auch maßvoll und ganzheitlich betrachtet werden. Wenn wir immer
innerhalb unserer Grenzen leben, entwickeln wir uns nicht weiter. Das Leben wird langweilig
und sinnlos. Menschliches Wachstum meint vor allem geistige Weiterentwicklung
(neurologisch: viele neue Verknüpfungen von Hirnzellen). Grenzüberschreitung birgt die Chance
auf persönliches Wachstum. Unsere Grenzen aber permanent und maßlos zu überschreiten
oder überschreiten zu lassen, führt zwangsläufig zu Überforderung und ggfs. Zusammenbruch.
Die hohe Kunst in der Führung von uns selbst und gegenüber anderen besteht also darin, sich
und die anderen so zu fordern und zu fördern, dass individuelles Wachstum nachhaltig möglich
wird.


Alles hat seine Grenzen: Schon der Club of Rome hat 1972 in seinem berühmten Werk
„Grenzen des Wachstums“ darauf aufmerksam gemacht. Wir erleben heute den schmerzlichen
Abschied vom unbegrenzten Wachstum. Wer bei sich selbst damit anfängt, hat es leichter mit
dem Rest.

 

 

3. Aus der Praxis für die Praxis:


Um klar und in guter Art Ja oder Nein sagen zu können, ist es hilfreich, achtsam mit mir und mit
meinem Gegenüber umzugehen. Diese Achtsamkeit kann auch schon in kleinen Dingen geübt
werden, in dem ich mir regelmäßig z.B. folgende Fragen stelle:

  • Was tut mir gut und was nicht?
  • Wie wichtig bin ich mir und wie wichtig sind meine eigenen Bedürfnisse?
  • Was brauche ich jetzt gerade und was braucht mein Gegenüber jetzt gerade?
  • Welchen Widerständen begegne ich gerade bei mir, bei den Anderen?

Dann wächst meine innere Achtsamkeit, meine innere Klarheit und auch die energetische Kraft
meiner bewußten Entscheidung: „NEIN“ oder „JA“.


Um mir diese Fragen zu beantworten, könnte ich mir kleine Pausen einrichten, Termine mit mir
selbst in meinen Terminkalender eintragen, Wartezeiten oder Verkehrsstaus im Auto dafür
nutzen. Die tägliche Wiederholung führt zur Gewohnheit und dann idealerweise zu einem
unverzichtbaren Anteil meines täglichen Lebens wie z.B. Zähneputzen.

 

 

4. Zur Vertiefung des Themas …


… empfehlen wir die Teilnahme an unserem Seminar „Grenzen setzten, erkennen und achten“
aus unserem Curriculum „Führen mit Werten“
von Mittwoch. 31. 10. bis Freitag. 02.11.2018 im
Kloster Nütschau (siehe unten).

 

Das Seminar zeichnet sich dadurch aus, dass wir neben der Vermittlung theoretischer Inhalte,
Gruppen- und Einzelübungen auch konkrete Anliegen unserer Teilnehmer zu diesem Thema mit
Hilfe von systemischen Aufstellungen und / oder wingwave® Coaching emotional erlebbar zu
lösen. Die Teilnehmerzahl ist auf 10 begrenzt.


Das Kloster benötigt die Anmeldungen möglichst bis zum 12. Oktober, um die Übernachtungen
besser planen zu können.

Wir sind sehr dankbar für eine Weiterleitung dieses Newsletters bzw. der Seminarhinweise
an Kollegen, Mitarbeitende, Freunde und weitere Interessierte.

 

 

5. Unsere nächsten Seminare: siehe auch Termine

 

Führen mit Werten - Grenzen setzten, erkennen und achten:                        Mi. 31.10. bis Fr. 02.11.2018
Führen mit Werten - Ganzheitlich Führen männlich / weiblich:                       Mi. 05.12. bis Fr. 07.12.2018

Führen mit Werten - Führen und geführt werden                                            Mi. 30.01. bis Fr. 01.02.2019
Führen mit Werten - Wieder mehr Zeit haben                                                 Mi. 15.05. bis Fr. 17.05.2019
Führen mit Werten - Umgang mit schwierigen Emotionen                              Mi. 06.11. bis Fr. 08.11.2019

 

Im Norden gut aufgestellt – Aufstellungsabend in Hamburg                           Fr. 19.10.2018 von 16:00 bis 20:00 Uhr
Im Norden gut aufgestellt – Aufstellungsabend in Hamburg                           Fr. 23.11.2018 von 16:00 bis 20:00 Uhr
Im Norden gut aufgestellt – Aufstellungswochenende                                    Sa. 23.03. bis So. 24.03.2019
Im Norden gut aufgestellt – Aufstellungsseminar                                            Mi. 12.06. bis Fr. 14.06.2019

 

Besser Miteinander Reden (nach C. Rogers) in Hamburg                              Fr. 16.11. bis Sa. 17.11.2018
                                                                                                                         Fr. 19:00 bis 22:00 und Sa. 09:30 bis 17:00 Uhr

 

Die Seminare finden im Kloster Nütschau bei Bad Oldesloe statt.
Das Besondere an den Seminaren ist, dass wir neben theoretischen Impulsen und praktischen
Übungen auch die Bearbeitung aktueller Anliegen der Teilnehmer mit Hilfe von systemischen
Aufstellungen und / oder wingwave® Coaching emotional erlebbar anbieten.

 

Mit herzlichen Grüßen
Sven Wanser

 

Prof. Dr. Sven Wanser IsF Institut für systemische Führung

Unternehmensberatung, Führungskräftetraining, Business- und Life-Coaching
Wertebasierte Führung, Systemische Aufstellungen, wingwave

- Erfolge bewegen. Blockaden lösen. Spitzenleistung erzielen -

 

Timms Hege 7
D-22397 Hamburg
info@sven-wanser.de
www.sven-wanser.de
+49-160-8954289

 

 

 

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